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ONIX 3.0, ‚thema‘, ICEDIS: Wie Klopotek die EDItEUR-Standards für seine Kunden einsetzt

Im Rahmen unserer Mitgliedschaft bei EDItEUR bringen wir uns als Partner der Verlage in die Weiterentwicklung von Standards für die Datenqualität im Publishing ein.
In einem Gespräch legen Dr. Michael Castner, Head of Product & Solution Management, Dr. Dirk Wetzel und Bernd Scheufler-Bolze, Produktmanager, dar, wie Klopotek die Standards bzw. 2016 veröffentlichten Updates ONIX 3.0.3, ‚thema‘ 1.2 und ICEDIS für seine Kunden in Software-Lösungen unterstützt und nutzt. (Fragen von Stefan Kaufer.)

 

Das Update ONIX 3.0.3. wurde im April 2016 veröffentlicht. Der Wechsel von ONIX 2.1 zur neuen Version ONIX 3.0 ver-lief aber weniger schnell, als von vielen vermutet wurde. Warum?

Dr. Wetzel: Wir waren eines der ersten Software-Unternehmen, das ONIX 3.0 unterstützte, als es 2011 herauskam. Man muss aber klar sagen, dass der Markt bis jetzt gebraucht hat, um den Wechsel von ONIX 2.1 zu vollziehen – und dies, obwohl EDItEUR einen „Sunset“ für ONIX 2.1 beschlossen und seit einiger Zeit keine Codelist-Updates mehr herausgegeben hat. Die USA und Großbritannien sind etwas schneller als der deutschsprachige Markt, wo eigentlich alle darauf gewartet haben, dass das VLB ONIX 3.0-fähig wird – doch das ist es jetzt. Denn das VLB ist für diesen Markt nun einmal der Haupt-Adressat für Lieferungen.


Erwarten Sie Schwierigkeiten bei der Umstellung auf ONIX 3.0 für unsere Kunden?

Dr. Wetzel: Was wir von EDItEUR bekommen, ist ja ein Vokabular, oder vielleicht eher eine Sprache mit vielen Vokabeln. Und wie bei jeder Sprache kann man Dinge, die man mitteilen möchte, auf verschiedene Weise ausdrücken. Der deutschsprachige Markt steht nun vor der Herausforderung, eine gemeinsame Ausdrucksweise zu finden, um einander gut zu verstehen. Hierfür gibt es – vom Börsenverein geleitet – die „IG Metadaten“, die verschiedene Gebiete aus dem neuen Standard untersucht und Best Practices erarbeiten will, damit es zumindest für den D-A-CH-Markt eine einheitliche Basis gibt. Klopotek ist international aufgestellt, weshalb wir nicht nur diese Aktivitäten, sondern auch den UK- und den US-Markt genau beobachten.


Empfehlen Sie nun einen Wechsel zu ONIX 3.0?


Dr. Castner
: Ja, auch weil die Pflege für unsere Kunden mit diesem Standard einfacher wird – abgesehen davon, dass ONIX 3.0 deutlich besser auf E-Books eingestellt ist und es z.B. erlaubt, E-Books zu unterschiedlichen Preisen zu verkaufen, die davon abhängig sind, wie limitiert die Nutzung ist. Bei ONIX 2.1 haben wir ein Style-Sheet als Template herausgegeben, das jeder Verlag seinen individuellen Bedürfnissen anpassen konnte. Bei Erweiterungen von uns im Produktstamm, die in ONIX für den Export sinnvoll umzusetzen waren, ist es dadurch für den Verlag aber nicht immer einfach zu entscheiden gewesen, ob er hierfür eine Style-Sheet-Anpassung durchführen wollte.

Um dies einfacher zu gestalten, haben wir bei ONIX 3.0 die Technologie so modifiziert, dass man mehrere Style-Sheets hintereinander schalten kann, und eines davon, in der Regel das erste, verwaltet Klopotek. Das von uns gelieferte Style-Sheet liefert ein komplett funktionsfähiges ONIX, aber der Kunde kann eigene Style-Sheets dahinter schalten – entweder selber oder durch uns unterstützt –, wenn er Änderungen möchte. Wenn nun neue ONIX-Attribute kommen, wie etwa die E-Variants in 3.0.3., dann aktualisieren wir einfach das Style-Sheet, das in unserer Verantwortung liegt, und jeder Kunde hat die Erweiterung sofort, ohne selbst etwas tun zu müssen – und hat auch keine Kosten.


Kommen wir zum Thema ‚thema‘ und also dem Versuch, die verschiedenen Systematiken auf dem Markt zu vereinheitlichen, wie BIC und BISAC und die deutsche Warengruppen-Systematik, die wenig präzise ist.

Dr. Wetzel: Mit ‚thema‘ gibt es nun eine internationale Variante, die bereits in 18 Sprachen verfügbar und zudem leichter erweiterbar ist als andere Systematiken. Besonders im asiatischen Raum nutzen sie bereits sehr viele Verlage.

Dr. Caster: Auch Kunden von uns wie Elsevier und Taylor & Francis gehen vollständig zu ‚thema‘ über, um längerfristig nicht mehr BIC und BISAC pflegen zu müssen und dadurch Zeit zu sparen.

Dr. Wetzel: Die Tendenz geht aus unserer Beobachtung hin zu ‚thema‘ als einziger Systematik. Für uns handelt es sich einfach nur um einen weiteren Schlüssel, den wir in einem Systematik-Baum ablegen, aber wir bieten unseren Kunden auch an, diesen ‚thema‘-Baum für sie zu installieren. Allerdings müssen diese Verlage dann ja auch noch ihre Backlist mit ‚thema‘-Kategorisierungen versehen. Hierfür haben wir den Classification Manager entwickelt. Mit dieser App kann man zum Beispiel sehr leicht eine größere Anzahl von Titeln gesamthaft mit einem ‚thema‘-Code versehen. Und bei circa 2.500 „Subjects“ und weiteren rund 2.000 ergänzenden Begriffen, sogenannten „Qualifiers“, nutzen viele unserer Kunden dieses Werkzeug gerne, um ihre Backlist-Titel effektiv zu kategorisieren.


Dr. Castner
: Durch das Mischen von Subjects und Qualifiers gibt es ein hohes Maß an Kombinatorik. Klopotek trägt auch Sorge dafür, dass die Daten konsistent gehalten werden, wenn eine neue Version ausgeliefert wird. Jetzt haben wir ja ‚thema‘ 1.2. Wenn sich Kategorien ändern, dann kümmern wir uns für unsere Kunden darum, wenn sie den Classification Manager nutzen.


Raten Sie zur ‚thema‘-Nutzung?

Dr. Wetzel: Unbedingt. Die Einsatz-Szenarien gehen weit über die Waren-Systematik hinaus, bei der es doch eigentlich nur darum ging, ein Buch ins richtige Regal zu stellen. Wir sprechen zum Beispiel davon, dass man, wenn man in einem Online-Shop nach einem Buch sucht, unten weitere passende Titel angezeigt bekommt, und dass diese dann auch wirklich zu der Suche passen.

Dr. Castner: Besonders die deutschen Verlage nutzen ‚thema‘ auch aus dem Grund intensiv, weil sie vorher eine ärmliche Systematik hatten. Im Fall von Großbritannien und den USA ist das mit BIC und BISAC natürlich anders, aber wenn sie international tätig sind, ist auch für sie ‚thema‘ relevant.
 
Dr. Wetzel
: Wir sehen spannende Nutzungs-Formen, etwa dass Verlage für die ‚thema‘-Subjects Websites bauen, die sich dynamisch generieren, und anhand der Codes werden immer die passenden Titel gezogen und angezeigt, wenn nach einem bestimmten Subjects gesucht wird. Die Verlage können so Kataloge oder Vorschauen zu bestimmten Stichworten on the fly erzeugen. Der E-Commerce macht ‚thema‘ wichtig: Es geht um die Steuerung, wie man mehr verkaufen und seine Produkte an bestimmten Stellen platzieren kann. Man muss klar sagen: Ein Produkt, das keine ‚thema‘-Klassifikation hat, zumindest ein Subject, hat es äußerst schwer, in Online-Shops überhaupt gefunden zu werden – zumindest in der Backlist.

Auch der ICEDIS-Standard ist Bestandteil der Tätigkeit von EDItEUR…


Scheufler-Bolze: Einige unserer Kunden nutzen die ICEDIS-Schnittstelle für die Abwicklung des Erneuerungsgeschäfts mit international operierenden Agenturen in „traditioneller“ Weise: Für die Agentur werden die zu erneuernden Abos exportiert und die Erneuerungen und Neubestellungen von der Agentur werden importiert. Dies ist bereits seit einigen Jahren so.


Dr. Castner
: Auch die anderen Standards, die von EDItEUR kommen, halten wir als Wert vor, wie ISBN, ISNI und DOI. Etwa, um eine Prüfziffer zu generieren. Sie haben allerdings im Vergleich zu ONIX und ‚thema‘ eine wesentlich geringere Bedeutung.


Wird Klopotek die EDItEUR-Tätigkeit weiter unterstützen?

Dr. Castner: Ja, denn diese Standardisierungs-Bemühungen sind für das Verschlanken von Prozessen in der Verlagsbranche äußerst wichtig. Wir werden das, was von EDItEUR erarbeitet wird, auch in Zukunft immer sehr schnell in unseren Produkten anwenden und unseren Kunden funktional zur Verfügung stellen. Auch bei Änderungen und Erweiterungen in den Standards reagieren wir sofort.

Dr. Wetzel: Auch die Ergebnisse der „IG-Metadaten“-Arbeitsgruppe werden wir in unsere Technologie einfließen lassen. Denn es ist wichtig, dass unsere Branche eine klare Sprache im Daten-Austausch und der Kategorisierung spricht.

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